Diese Schwächen sollten Bewerbende im Vorstellungsgespräch vermeiden
Veröffentlicht am 26.01.2026 von Henrik Jasek, Leiter Classifieds CH Media - Bildquelle: Getty Images
Die Frage nach den eigenen Schwächen gehört zu den Klassikern im Vorstellungsgespräch – und bringt viele Bewerbende ins Stolpern. Manche weichen aus, andere beschönigen oder geben Antworten, die mehr schaden als nützen. Dabei kann eine ungeschickte Reaktion schnell Zweifel an der Ehrlichkeit oder Selbstwahrnehmung wecken.
Problematisch sind vor allem Aussagen, die zentrale Anforderungen der Stelle infrage stellen. Wer sich etwa als unzuverlässig, unmotiviert oder wenig belastbar beschreibt, liefert dem Gegenüber starke Argumente gegen eine Anstellung. Ebenso ungünstig ist der Eindruck, man halte sich selbst für fehlerlos. Authentizität ist gefragt – aber mit Bedacht.
Bewährt hat sich eine klare Struktur: Stellen Sie mehrere Stärken in den Vordergrund und nennen Sie maximal ein bis zwei Schwächen. Diese sollten kurz erläutert werden, ohne sich darin zu verlieren. Wichtig ist, dass die genannte Schwäche nicht im direkten Widerspruch zu den Kernaufgaben der Position steht. Für eine Stelle mit hohem Organisationsbedarf eignet sich beispielsweise Ungeduld eher als mangelnde Struktur.
Eine gute Vorbereitung ist entscheidend. Wer sich vorab mit den eigenen Entwicklungsfeldern auseinandersetzt, gerät im Gespräch weniger unter Druck. Hilfreich kann auch Feedback aus dem persönlichen Umfeld sein. Prüfen Sie anschliessend kritisch, welche Schwächen Sie im Gespräch thematisieren und welche besser unerwähnt bleiben.
Entscheidend ist nicht nur der Inhalt, sondern auch die Formulierung. Versuchen Sie nicht, Schwächen als vermeintliche Stärken zu tarnen. Solche Aussagen wirken wenig glaubwürdig und werden schnell durchschaut. Deutlich überzeugender ist es, offen zu einer Schwäche zu stehen und zu zeigen, dass Sie aktiv daran arbeiten. Ein kurzer Ausblick auf konkrete Verbesserungsmassnahmen signalisiert Lernbereitschaft und Selbstreflexion.
Wer diese Balance findet, nutzt die Frage nach den Schwächen als Chance – nicht als Risiko.